Urlaub Steiermark

Welche Region zu welchem Urlaub passt

Die Steiermark wird gern als ein Reiseziel verkauft und ist in Wahrheit sechs. Zwischen Dachstein und Weinstraße liegen drei Autostunden und zwei völlig verschiedene Urlaube – die wichtigste Entscheidung fällt deshalb vor der Unterkunft.

Klapotetz in der Sonne über den steirischen Weinbergen

„Urlaub Steiermark" ist als Suchbegriff ungefähr so präzise wie „Urlaub Italien". Das Bundesland reicht vom Dachstein bis an die slowenische Grenze, und zwischen dem nördlichsten und dem südlichsten Punkt liegen rund drei Autostunden und zwei Landschaften, die nichts miteinander zu tun haben. Wer hier Urlaub plant, trifft die wichtigste Entscheidung nicht bei der Unterkunft, sondern eine Ebene darüber.

Diese Seite ist deshalb zuerst eine Orientierung: Welche Region ermöglicht welchen Urlaub – und wann macht welche Sinn. Danach wird es konkret, mit dem Blick auf die Weststeiermark, in der wir selbst sitzen.

Die sechs Steiermarken

Obersteiermark und Ausseerland

Der Norden: Dachstein, Gesäuse, Hochschwab, Ausseerland, dazu die klassischen Wintersportgebiete. Hier findet der alpine Urlaub statt – mit allem, was dazugehört: Höhenmeter, Hüttenwege, Seilbahnen, Wetterabhängigkeit.

Passt für: Bergsport im Sommer, Ski im Winter, Seen. Passt nicht für: kurze Aufenthalte, weil die Anreise lang ist und ein Schlechtwettertag von zwei den halben Urlaub kostet.

Graz und Umgebung

Die zweitgrößte Stadt Österreichs, UNESCO-Weltkulturerbe und UNESCO City of Design, mit Uhrturm, Schlossberg und einer Altstadt, in der sich mittelalterliche Bauten und moderne Architektur ungewöhnlich gut vertragen. Für ein Städtewochenende reichen zwei Nächte, weil die Wege kurz sind.

Passt für: Kultur, Essen, Architektur, Reisende ohne Auto. Passt nicht für: Erholung im engeren Sinn – eine Stadt unterhält, sie beruhigt selten.

Thermenland Oststeiermark

Der Südosten mit Loipersdorf, Bad Waltersdorf und Bad Radkersburg. Die am stärksten auf kurze Aufenthalte ausgelegte Region des Landes: Alles ist gebucht, alles hat eine Uhrzeit, alles funktioniert.

Passt für: Wellness, Winter, Reisende, die einen fertigen Ablauf wollen. Passt nicht für: Stille. Thermen sind an Wochenenden voll, und ein Behandlungstermin bleibt ein Termin.

Südsteiermark

Die bekannteste Weinregion des Landes, rund um Gamlitz, Ehrenhausen und Leibnitz, mit der Südsteirischen Weinstraße als Rückgrat. Landschaftlich außergewöhnlich – Hügel, Rebzeilen, Kellerstöckl, Klapotetz – und zwischen Mai und Oktober entsprechend belebt.

Passt für: Wein, Kulinarik, Landschaft, wenn Betrieb kein Problem ist. Passt nicht für: spontane Wochenenden im September, weil dann alles gebucht ist.

Weststeiermark

Das Schilcherland zwischen Ligist, Stainz, Deutschlandsberg und Eibiswald, am östlichen Fuß der Koralpe. Dieselben sanften Hügel wie in der Südsteiermark, derselbe Weinbau – aber eine andere Rebsorte und deutlich weniger Durchreisende. Der Unterschied ist historisch, nicht qualitativ: Die Südsteiermark wurde touristisch früher und stärker erschlossen.

Passt für: Ruhe, Wein abseits der Hauptrouten, längere Aufenthalte, Nähe zu Graz. Passt nicht für: alle, die abends Auswahl zwischen zehn Lokalen brauchen.

Oststeiermark und Apfelland

Zwischen Graz und der ungarischen Grenze: Obstbau, Vulkanland, Riegersburg, kleine Städte. Die am wenigsten bekannte der sechs Regionen und für Familien oft die praktischste, weil die Wege kurz und die Ziele überschaubar sind.

Die Faustregel: eine Region pro Woche

Wer eine Woche Zeit hat, sollte eine Region wählen und höchstens eine zweite als Tagesausflug streifen. Zwei Standorte in sieben Tagen bedeuten einen Umzugstag, und ein Umzugstag ist in der Praxis ein verlorener Tag – Auschecken, Fahren, Einchecken, Einkaufen.

Panoramablick über die Weinhügel der Steiermark

Was die Steiermark als Ganzes ausmacht

Es gibt drei Dinge, die man in praktisch jeder der sechs Regionen findet und die zusammen erklären, warum das Bundesland „grünes Herz Österreichs" heißt.

Der Wald. Deutlich mehr als die Hälfte der Landesfläche ist bewaldet – anteilig mehr als in jedem anderen österreichischen Bundesland, und der Grund für den Beinamen. Praktisch bedeutet es: Man ist von fast jedem Ort aus in zehn Minuten im Wald.

Der Wein. Weinbau prägt die gesamte südliche Hälfte, mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen. In der Südsteiermark dominieren Sauvignon Blanc, Morillon und Welschriesling; in der Weststeiermark der Schilcher, ein Rosé aus der autochthonen Rebsorte Blauer Wildbacher, die außerhalb dieser Region kaum irgendwo in nennenswertem Umfang angebaut wird. Was ihn ausmacht, steht unter Schilcher entdecken.

Das Kürbiskernöl. Das „grüne Gold" der Region ist kein Souvenir-Gag, sondern ein Grundnahrungsmittel – auf dem Salat, in der Suppe, über Vanilleeis. Wer einmal die Variante mit Vanilleeis probiert hat, hört auf, darüber zu lachen.

Dazu kommt eine Buschenschank-Kultur, die es in dieser Form nur in Österreich gibt: Weinbaubetriebe, die ihre eigenen Produkte ausschenken, mit unregelmäßigen Öffnungszeiten und ohne Küche im Restaurantsinn. Eine Auswahl steht unter Top 5 Buschenschenken rund um Stainz.

Wann man kommen sollte

April und Mai. Streuobstblüte, frisches Grün, die Bäche führen mehr Wasser. Die ruhigste Zeit im Süden und Westen bei bereits brauchbarem Wetter.

Juni bis August. Lange Abende, warme Nächte. Im Süden kann es heiß werden; die Hügel sind dann angenehmer als die Ebene, und ein Freibad in Gehweite ist mehr wert als jede Klimaanlage.

September und Oktober. Für viele die schönste Zeit: Weinlese, goldenes Licht, warme Tage und kühle Nächte. Gleichzeitig die vollste – wer in dieser Zeit reist, sollte früh buchen. Wie eine Weinlese aus der Nähe aussieht, steht unter Weinlese in der Weststeiermark.

November bis März. Im Norden Wintersport, im Süden und Westen die unterschätzte Saison: Nebel über den Weinbergen, kahle Rebstöcke in geraden Reihen, günstigere Unterkünfte und Wege, auf denen einem niemand begegnet. Viele Buschenschenken haben geschlossen – wer das weiß, plant entsprechend.

Fahrzeiten, realistisch

Die steirischen Straßen folgen den Tälern, nicht der Luftlinie. Zwei Orte, die auf der Karte fünfzehn Kilometer auseinanderliegen, sind über die Straße oft doppelt so weit. Wer die Fahrzeiten aus dem Kartenprogramm übernimmt, plant meistens gut; wer sie aus der Entfernung schätzt, plant zu dicht.

Höhenweg zwischen Weinbergen mit Blick über die Hügel

Anreise

Mit dem Auto über die A2 aus Wien (rund zweieinhalb Stunden bis Graz), die A9 aus Linz und Salzburg, oder über die Pack aus Kärnten. Aus Slowenien und Norditalien ist der Süden der Steiermark oft näher als man denkt – von Ljubljana sind es rund zwei Stunden bis Graz.

Mit dem Zug bis Graz, von dort weiter mit Regionalverbindungen. Für die Weststeiermark ist Deutschlandsberg der nächstgelegene größere Bahnhof; die letzten Kilometer laufen über Anschlussbus oder Taxi.

Mit dem Flugzeug über den Flughafen Graz südlich der Stadt, der für die Süd- und Weststeiermark der nächstgelegene ist.

Für die Wege vor Ort gilt außerhalb von Graz: Ein Auto ist praktisch notwendig. Die öffentliche Anbindung im ländlichen Raum ist auf Pendelverkehr ausgelegt, nicht auf Ausflüge – am Wochenende ist sie entsprechend dünn.

Welche Unterkunft zu welchem Urlaub passt

Die Steiermark bietet die volle Bandbreite, und die Wahl entscheidet mehr über den Aufenthalt, als die meisten erwarten.

Hotel und Gasthof. Sinnvoll für ein bis zwei Nächte, für Städtereisen und immer dann, wenn ein gedecktes Frühstück und ein Ansprechpartner an der Rezeption den Aufenthalt tatsächlich leichter machen.

Ferienwohnung und Apartment. Ab der zweiten, spätestens dritten Nacht die praktischere Form: eigene Küche, eigener Schlüssel, kein fremder Tagesablauf. Worauf man bei der Buchung achten sollte – Endreinigung, Ortstaxe, Mindestaufenthalt, Check-in-Zeiten – steht unter Ferienwohnung Steiermark.

Ferienhaus. Für Gruppen, Familienfeiern und Retreats. Was der Unterschied zwischen einem Haus und mehreren nebeneinanderliegenden Wohnungen ist, steht unter Ferienhaus Steiermark.

Ein ehrlicher Vergleich der drei Formen für den konkreten Fall Stainz steht unter Unterkünfte in Stainz und Hotel Stainz.

Die Weststeiermark als Basis

Wir sind in Stainz, mitten im Schilcherland, und das färbt naturgemäß ab. Trotzdem lässt sich sachlich begründen, warum diese Region für viele Urlaubsformen der bessere Ausgangspunkt ist als die bekannteren Nachbarn: Sie liegt rund vierzig Autominuten von Graz entfernt, damit sind Stadt und Land am selben Tag möglich. Sie ist landschaftlich der Südsteiermark ebenbürtig und deutlich leerer. Und sie hat mit Stainz einen Ort, der Supermarkt, Apotheke, Arzt, Freibad und Hauptplatz hat, ohne sich wie eine Ferienregion anzufühlen.

Wer daraus einen mehrtägigen Aufenthalt machen möchte, findet den Überblick unter Urlaub Weststeiermark, die Weinseite unter Urlaub im Schilcherland und die Naturseite unter Natururlaub Steiermark.

Die fünf Wohnungen von Johann & Anna liegen am Stainzbach, wenige Gehminuten vom Hauptplatz: eigene Küche, eigenes Bad, WLAN, kostenloser Parkplatz, Garten am Bach. Keine Rezeption, kein verpflichtendes Frühstück – wer eines möchte, bekommt es über die Partnerschaft mit dem Stainzerhof im Ort.


Ein Urlaub in der Steiermark wird selten dadurch besser, dass man mehr davon sieht. Er wird besser, wenn man eine Region wählt und ihr die Zeit lässt, die sie braucht.

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Welche Region der Steiermark ist die schönste?

Das lässt sich nicht beantworten, weil die Regionen unterschiedliche Urlaube ermöglichen. Für Berge die Obersteiermark, für Wein Süd- und Weststeiermark, für Wellness das Thermenland, für Stadt Graz.

Wann ist die beste Reisezeit für die Steiermark?

Für den Süden und Westen Mai bis Juni sowie September bis Oktober. Für die Obersteiermark Juli bis September im Sommer und Dezember bis März im Winter.

Wie lange sollte ein Urlaub in der Steiermark dauern?

Für eine Region drei bis fünf Tage, für zwei Regionen mindestens eine Woche. Kombinationen mit mehr als zwei Regionen sind Rundreisen, keine Urlaube.

Braucht man in der Steiermark ein Auto?

In Graz nicht. Außerhalb der Städte praktisch ja – die Ortschaften liegen weit auseinander und die öffentliche Anbindung ist auf Pendelverkehr ausgelegt, nicht auf Ausflüge.

Was ist der Unterschied zwischen Süd- und Weststeiermark?

Andere Rebsorten, andere Weine – und deutlich weniger Betrieb im Westen. Die Landschaft ist vergleichbar, die touristische Erschließung nicht.

Was sollte man in der Steiermark unbedingt probiert haben?

Kürbiskernöl, einen Wein aus der jeweiligen Region und eine Brettljause in einer Buschenschank. Welcher Wein zu welchem Gericht passt, steht unter Welcher Wein zu welchem steirischen Gericht passt.

Ist die Steiermark ein gutes Ziel im Winter?

Im Norden für Wintersport, im Süden und Westen für alle, die Ruhe suchen: weniger Betrieb, günstigere Unterkünfte, Nebel über den Weinbergen.

Wie erreicht man die Steiermark?

Über die A2 aus Wien, die A9 aus Linz und Salzburg, mit dem Zug bis Graz. Der Flughafen Graz liegt südlich der Stadt und ist für die Süd- und Weststeiermark der nächstgelegene.

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