3.8.2026
Die schönsten Sonnenuntergänge in der Weststeiermark
Die Weststeiermark liegt so, dass die Sonne über der Koralpe untergeht und das Licht vorher noch einmal quer über die Weinberge fällt. Wer weiß, wo man dafür steht, braucht keine halbe Stunde Anfahrt.

Es gibt Regionen, in denen der Sonnenuntergang ein Ereignis ist, für das man an einen bestimmten Punkt fährt. Die Weststeiermark gehört nicht dazu – hier ist er beinahe überall zu sehen, weil die Landschaft aus Hügeln besteht, die nach Westen offen sind. Genau deshalb wird er so oft übersehen: Wer nicht darauf achtet, ist um diese Zeit noch beim Abendessen.
Der folgende Überblick sortiert die Orte danach, wie weit man dafür fahren muss – und schließt mit dem praktischen Teil, den die meisten Anleitungen weglassen: wann man losgehen sollte.
Warum das Licht hier so lange bleibt
Die Weststeiermark liegt am östlichen Fuß der Koralpe. Die Sonne verschwindet dadurch früher hinter dem Bergrücken, als sie es an einem flachen Horizont täte – der Himmel bleibt danach aber noch lange hell. Diese Phase, in der die Sonne schon weg ist und das Licht noch da, dauert hier länger als in der Ebene und ist der eigentlich interessante Teil.
Dazu kommt der Dunst über den Tälern, der im Spätsommer und Herbst am Abend aufsteigt. Er nimmt dem Licht die Härte und staffelt die Hügelketten hintereinander in immer helleren Grautönen. Wer die Weinberge nur bei Mittagslicht kennt, kennt die Hälfte.
Die Stunde nach dem Untergang
Der Fehler, den fast alle machen: nach dem Verschwinden der Sonne einpacken. Die vielleicht schönsten zwanzig Minuten kommen danach, wenn der Himmel von Orange in ein sehr tiefes Blau kippt und die einzelnen Höfe auf den Kuppen anfangen zu leuchten.

In Gehweite von Stainz
Die Weinberge im Osten des Ortes. Von Stainz aus führen mehrere Wege innerhalb von zwanzig Minuten auf die ersten Rebhänge. Der Vorteil gegenüber jedem entfernteren Punkt: Man kann losgehen, wenn das Licht schon gut ist, statt vorher zu fahren. Welche Wege sich dafür eignen, steht unter Wandern und Spazieren in der Weststeiermark.
Der Stainzbach. Kein Aussichtspunkt, sondern das Gegenteil: Unten am Wasser sieht man den Himmel nur als Streifen zwischen den Bäumen, dafür fällt das letzte Licht durch die Blätter. Für einen Abendspaziergang ohne Ziel geeigneter als jede Kuppe.
Fünf bis zwanzig Autominuten
Die Höhenrücken Richtung St. Stefan ob Stainz. Die Straßen westlich und südlich von Stainz führen über mehrere Kuppen, von denen der Blick nach Westen frei ist. Es gibt dort keine ausgewiesenen Aussichtsplätze – aber alle paar hundert Meter eine Stelle, an der man stehen bleiben kann.
Die Kirchen auf den Hügeln. Fast jede der kleinen Hügelkirchen der Umgebung hat einen Vorplatz mit Bank und freiem Blick nach Westen. Sie sind abends nie besetzt und einer der Gründe, warum wir sie in unseren Geheimtipps für die Weststeiermark aufgeführt haben.
Die Stainzer Warte. Der hölzerne Aussichtsturm auf dem Lethkogel bietet den weitesten Rundblick der näheren Umgebung. Für den Sonnenuntergang gilt allerdings eine Einschränkung: Der Rückweg im Dunkeln ist ohne Licht keine gute Idee. Wer hinauf will, plant eine Stirnlampe ein.
Weinberge als Vordergrund
Was die Weststeiermark von anderen Sonnenuntergangsregionen unterscheidet, ist der Vordergrund. Rebzeilen laufen in Linien auf den Horizont zu und geben dem Bild eine Tiefe, die eine reine Bergsilhouette nicht hat. Für Fotos heißt das: nicht die Sonne suchen, sondern die Zeile, die zu ihr führt.

Für einen eigenen Abend: weiter hinaus
Der Rosenkogel. Der höchste erreichbare Punkt der näheren Umgebung, mit Gipfelkreuz und kleiner Kapelle. Der Blick reicht bei klarem Wetter weit über das Schilcherland. Als Sonnenuntergangsziel funktioniert er nur mit Planung: Der Weg hinauf dauert je nach Route zwei bis drei Stunden, der Abstieg im Dunkeln ist nichts für Ortsunkundige. Die Tourendaten stehen unter Wandern und Spazieren in der Weststeiermark.
Die Weinstraßen Richtung Deutschlandsberg. Wer mit dem Auto unterwegs ist, findet auf der Strecke Richtung Süden mehrere Stellen mit freiem Westblick – und kann den Abend mit einer Buschenschank verbinden, sofern eine geöffnet hat. Eine Auswahl steht unter Top 5 Buschenschenken rund um Stainz.
Die beste Jahreszeit
Spätsommer und Frühherbst (Mitte August bis Mitte Oktober) sind die verlässlichste Zeit: warme Abende, Dunst über den Tälern, Farbe in den Weinbergen. Die Weinlese fällt in dieselbe Zeit – wer beides verbinden will, findet die Zusammenhänge unter Weinlese in der Weststeiermark.
Winter ist die unterschätzte Jahreszeit für dieses Thema. Die Luft ist klarer, die Farben härter, und die Sonne geht schon vor halb fünf unter – man muss also nicht bis zweiundzwanzig Uhr warten. Der Nachteil: kalt.
Hochsommer ist die schwierigste Zeit. Die Sonne geht erst nach einundzwanzig Uhr unter, die Luft ist oft diesig, und nach einem heißen Tag steht das Licht flach und weiß statt warm.
Praktisch: wann man losgehen sollte
Als Faustregel: eine Stunde vor dem berechneten Sonnenuntergang losgehen, eine halbe Stunde danach bleiben. Die tatsächliche Uhrzeit verschiebt sich hier durch die Koralpe im Westen – die Sonne verschwindet je nach Standort zehn bis zwanzig Minuten früher als in der Wettervorhersage angegeben.
Was mitgehört: eine Jacke, weil es in den Weinbergen nach Sonnenuntergang schnell empfindlich kühl wird, und eine Lampe für den Rückweg. Was nicht nötig ist: eine Kamera mit Wechselobjektiv. Die interessanten Bilder entstehen im Weitwinkel, den jedes Telefon hat.
Häufige Fragen zu Sonnenuntergängen in der Weststeiermark
Wo ist der beste Aussichtspunkt für den Sonnenuntergang rund um Stainz? Es gibt keinen einzelnen besten – die Höhenrücken westlich und südlich des Ortes bieten fast durchgehend freien Blick nach Westen. Die Stainzer Warte hat den weitesten Rundblick, erfordert aber einen Abstieg im Dunkeln.
Wann geht in Stainz die Sonne unter? Im Hochsommer nach einundzwanzig Uhr, im Dezember bereits kurz nach sechzehn Uhr. Durch die Koralpe im Westen verschwindet sie jeweils etwas früher als rechnerisch angegeben.
Braucht man für einen Sonnenuntergangsspaziergang ein Auto? Nein. Von Stainz aus sind die ersten Rebhänge zu Fuß in rund zwanzig Minuten erreichbar.
Welche Jahreszeit ist am besten? Mitte August bis Mitte Oktober für warme Abende und Dunst, Dezember bis Februar für klare Luft und frühe Uhrzeiten.
Kann man den Sonnenuntergang mit einer Buschenschank verbinden? Ja, aber die Öffnungszeiten enden bei vielen Betrieben früher, als man vermutet. Wer beides will, geht zuerst essen und danach hinaus.
Die schönsten Abende in der Weststeiermark kosten nichts und brauchen keine Reservierung – nur die Bereitschaft, zwischen halb acht und neun draußen zu sein. Wer dafür eine Unterkunft mit eigenem Garten sucht, findet bei Johann & Anna fünf Apartments in Stainz.
